Wundheilungsstörungen

 
  1. Mangeldurchblutung
     
  2. Mangelernährung
     
  3. Diabetes / Stoffwechselstörungen
     
  4. Sepsis / zusätzliche Entzündungen

Die Wundheilungsstörungen sind nach Häufigkeit des Vorkommens in der Geriatrie sortiert.

 

Es gibt noch eine weitere Wundheilungsstörung, die bisher nicht genannt wurde:

Die Fehlbehandlung

Dadurch können Wunden, die eigentlich heilen wollen, am Heilen gehindert werden. Gerne verschwiegen und oft aus Hilflosigkeit enstehend, kann diese Wundheilungsstörung natürlich nicht am Patienten sondern nur am Wundbehandler selbst beseitigt werden.
 




 
Mangeldurchblutung

Körperpartie

Grund

mögliche Gegenmaßnahme

Beine

Arterienverengung

Durchblutungsförderung durch Mikrostimulation, Mikromassage

Beine

Arterienverschluss

Chirurgische Intervention und Durchblutungsförderung durch Mikrostimulation, Mikromassage

Restlicher Körper

Immobilität, kaum Aktivität, Herz und Kreislauf sind auf einer Ebene, die Schwerkraft muss nicht überwunden werden

Mobilisieren, Durchblutungsförderung durch Mikrostimulation, Mikromassage

Allgemein

Druck zu hoch, zu lange

Druckentlastung durch Druckverteilung, Umlagern, Druckresistenz des Patienten erhöhen, durchblutungsfördernde Mikromassage

 

Mangelernährung

Oft ist der Energiebedarf eines Patienten nicht bekannt, dadurch wird der Patient aus Angst vor Überfütterung mit Nährstoffen unterversorgt. Häufig besitzt der Patient keine ausreichenden manuellen Fähigkeiten mehr oder bekommt zu wenig Hilfe. Auch Schmerzen und Schluckbeschwerden bei der Nahrungsmittelaufnahme mindern die Lust am Essen und Trinken.
Der Energie- und Nährstoffbedarf eines Patienten, sollte durch eine Ernährungsfachkraft festgestellt werden. Eine gute Hilfe bietet das Kalkulationsblatt "Geeignete Ernährung". Das Speisen- und Getränkeangebot sollte schmackhaft und abwechslungsreich sein, den Patienten bei der Aufnahme von Nahrung geholfen werden (ggf. Häppchen vorbereiten) und Ergänzungsnahrung (Eiweiß-, Vitaminpräparate, etc.) zugeführt werden.



Diabetes / Stoffwechselstörungen

Störungen des Stoffwechsels, meist durch falsche Ernährung ausgelöst, haben i.d.R. eine Schädigung der Arterien (z.B. Arteriosklerose) und des Gewebes (z.B. diabetischer Gangrän) zur Folge. Anders als z.B. bei Entzündungen, ist eine Stoffwechselstörung meist die Ursache für die Entstehung einer chronischen Wunde.
Neben einer geeigneten Diät, die auch nach Krankheitsverlauf beibehalten werden sollte, muss eine gezielte Medikation (z.B. Antidiabetika, Insulin) erfolgen.



Sepsis / zusätzliche Entzündungen

Infektionskrankheiten stellen immer eine ernst zu nehmende Bedrohung dar. Ist eine Wunde entstanden, können selbst inapparent verlaufende Infektionen das Immunsystem schwächen, den Heilungsprozess beeinträchtigen und den gesamten Stofftransport von der Wunde ablenken, die dadurch unterversorgt ist.
Deshalb ist bei chronischen Wunden immer eine medizinische Diagnose, hinsichtlich einer Sepsis / Entzündung zu stellen, auch wenn typische Symptome noch nicht in Erscheinung getreten sind (z.B. während der Inkubationsphase). Hier ist eine frühzeitige und gezielte Antibiotika-Therapie anzusetzen.