Dekubitusprophylaxe

Verschiedene Lagerungstechniken im Vergleich


Vorweg sei gesagt: Es gibt keine vorgefertigte Antidekubitus- Matratze oder Antidekubitus- Unterlage die immer passt. Dazu sind die Menschen und die Umstände einfach zu unterschiedlich. In der Folge werden einige weit verbreitete Hilfsmittel mit ihren Vor- und Nachteilen beschrieben. Dabei geht es nicht darum, konkurrierende Produkte oder Ideen zu diffamieren, sondern unvoreingenommen Stärken und Schwächen einzelner Systeme, auf Grundlage der Physik, Biologie und des gesunden Menschenverstandes herauszuarbeiten.
 


Feste Unterlage
 

 
+ Förderung der Restmobilität
+ Allgemein, bei mobilen Menschen, orthopädisch günstig
 
- Schlechte Druckverteilung
- Hoher punktueller Druck, Risiko bei Immobilität
 

 
Eine feste Matratze ist für mobile Menschen ideal, da beim Liegen in der Rückenlage die Wirbelsäule gestreckt wird und dadurch die tagsüber beim Stehen und Sitzen belasteten kurveninneren Bandscheibenbereiche entlastet werden. Wird der relativ hohe punktuelle Druck unangenehm, ändert der Schlafende die Liegeposition meist ohne aufzuwachen.
Bei Menschen, die nicht in der Lage sind, ihre Liegeposition ausreichend zu wechseln oder auch den Druck nicht empfinden, ist die Gefahr einer ischämischen Hypoxie sehr groß.


Weiche Unterlage
 

 
+ Bessere Druckverteilung
 
 
- Restmobilität behindert
 
 

 
Der Aufliegedruck einer weicheren Matratze oder Unterlage verteilt sich auf eine größere Fläche, der punktuelle Druck lässt nach.
Durch das tiefe Einsinken wird die Restmobilität behindert und jeder Lagewechsel erschwert. Insbesondere kann eine verstärkte Faltenbildung in Textilien auftreten, die durch Druck auf die Haut das Dekubitusrisiko erhöht. Bei sehr weichen Systemen wird die Wahrnehmung der Lage gestört, bis hin zur Orientierungslosigkeit.


Würfelschaummatratze
 

 
+ Gute punktuelle Nachgiebigkeit
 
 
- Ca. 30% der Auflagefläche fehlt, deshalb ca. 50% höherer Auflagedruck
- Scherkräfte
 

 
 


Kleinflächige Unterlage
 

 
 
- Egal ob Gelkissen, Schaumstoff oder ein beliebiges anderes Material, der Auflagedruck wird immer erhöht.
 

 
 


Weitere Systeme
 

  • 5 - Kissen - Lagerung
    Auch bei Kontrakturen ist eine gute und individuelle Anpassung möglich. Eine effektive Druckentlastung durch Druckverteilung kann, je nach Geschick der Pflegefachkraft, erreicht werden.
    Diese Form der Lagerung ist allerdings sehr pflege- bzw. zeitaufwendig, da eine individuelle Anpassung nach jeder Tätigkeit am Patienten und der Matratze erneut hergestellt werden muss. Faltenbildung und Wärmestauungen können dabei nicht verhindert werden.

     
  • Wechseldruckmatratzen
    Wechselnde Körperpartien werden in Intervallen ent- bzw. belastet. Das Umlagern der Patienten erübrigt sich dadurch aber nicht.
    Zeitweise hoher Druck auf kleiner Auflagefläche. Bei sehr schwachem Gefäßinnendruck können sich möglicherweise die zusammengedrückten Gefäße auch bei Entlastung nicht mehr füllen und sterben ab. Manche Systeme lösen durch die Wechselintervalle und Geräusche Schlafstörungen beim Patienten aus. Zudem sind die Kosten für die Anschaffung, Wartung und Modifizierung sehr hoch.

     
  • Nässeschutzbezüge
    Aufgrund hoher Investitionskosten von Antidekubitus- Matratzen oder -Systemen werden, um eine möglichst hohe Haltbarkeit und dauerhafte Hygiene zu erreichen, oft Schutzbezüge verwendet, die eine Hautatmung und Schweißverdunstung nicht oder nur unbefriedigend zulassen.
 

 

Die LIGASANO®-Lagerung

 
Fühlen Sie, wo der Patient nicht oder nur wenig aufliegt.
 
Schlagen Sie am Rand das Bettlaken zurück, so dass Sie mit Heftpflasterstreifen Markierungen direkt auf der Matratze anbringen können.

Markieren Sie die Stellen auf der Matratze an denen Sie unterpolstern wollen.
Schneiden Sie passende Polster
 
und legen diese an die markierten Stellen.
Darüber kommt das Bettlaken
und darauf der Patient.
1 cm LIGASANO weiß direkt im Hautkontakt vermeidet Faltenbildung, fördert die Durchblutung und reguliert die Hautfeuchte.  

Diese Lagerung machen Sie nur ein mal, die Polster bleiben immer im Bett direkt auf der Matratze. Am Besten Sie beziehen die bisherige Matratze mit den darauf liegenden LIGASANO-Polstern mit einem Spannbettuch. Dieses Spannbettuch ist nun mit den Polstern fester Bestandteil der Matratze.


Das Ziel ist, dass der Patient überall mit gleichem Druck aufliegt (Druckentlastung durch Druckverteilung). Ihre flache Hand unter den Patienten geschoben, ist dabei ein sehr sensibles Messinstrument.

 

 

 
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